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FAQ - Fragen zu Definitionen von Schutzschaltern

Hier finden Sie Antworten auf Fragen zum Thema:  Definitionen und Begriffen von Schutzschaltern, Geräteschutzschaltern, Sicherungsautomaten.

Was bedeuten die Abkürzungen TO, TM, MO, HM und EM bei Geräteschutzschaltern?

TO    Thermal Only (Geräteschutzschalter mit thermischer Auslösung).
TM    Thermal-Magnetic (Geräteschutzschalter mit thermisch-magnetischer Auslösung).
MO    Magnetic Only (Geräteschutzschalter mit magnetischer Auslösung).
HM    Hydraulic-Magnetic (Geräteschutzschalter mit hydraulisch-magnetischer Auslösung).
EH    Electronic Hybrid (Geräteschutzschalter mit elektronischer Steuerung in Verbindung mit einer der anderen Auslösearten)

Was ist der Unterschied zwischen einem Geräteschutzschalter und einem Überstromauslöser?

Das ist einfach zu erklären: Der Überstromauslöser ist Bestandteil eines Geräteschutzschalters. Es handelt sich hierbei um zwei Begriffe, die oft synonym verwendet werden, aber nicht ganz identisch sind. Ein Überstromauslöser wirkt auf ein Schaltschloss und entklinkt dieses, wodurch die Kontakte geöffnet werden. Diese beiden Begriffe sind nur ein kleiner Teil des sprachlichen Durcheinanders, das hier herrscht. Der Anwender muss sich mit einer Vielzahl von Bezeichnungen auseinander setzen, die ihn oft mehr verwirren, als ihm Klarheit verschaffen.

Ähnlich konfus geht es bei Verkaufsgesprächen zu: Alle reden von den gleichen Geräten, meinen Schutzschalter, verwenden dabei jedoch völlig andere Worte. Sie reden von „Bimetallschutzschaltern“, „Gerätesicherungen“, „Überstromtrennern“, „Motorschutzschaltern“, „automatischen Sicherungen“ usw., womit noch längst nicht alle Ausdrücke aufgezählt sind, die man in der Praxis findet. Einige dieser Begriffe sind irreführend, einige werden inkorrekt gebraucht und andere wiederum sind schlichtweg falsch - wie z.B. der Begriff „reversible“ bzw. „rückstellbare Sicherung“. Nach EN 60934 ist eine Sicherung ein Gerät, das durch Abschmelzen eines oder mehrerer seiner hierzu bestimmten und ausgelegten Teile den Stromkreis, in den es eingefügt ist, öffnet, indem es den Strom ausschaltet, wenn dieser über eine ausreichend lange Zeit einen gegebenen Wert überschreitet. Damit sind Schmelzsicherungen gemeint, die, wenn sie ausgelöst haben, nicht zurückgestellt werden können (es sei denn, man überbrückt die Schmelzstelle elektrisch leitend, was absolut leichtsinnig ist, da damit kein Schutz mehr für den Stromkreis gewährleistet werden kann.).

Zusammengefasst: eine Schmelzsicherung ist nicht rückstellbar. Aber mit „rückstellbarer Sicherung“ ist in diesem Fall ja auch keine Schmelzsicherung gemeint, sondern ein Schutzschalter!

Nebenbei: In diesem Begriffschaos findet man auch echte Stilblüten, wie z. B. die „selbstheilende Sicherung“. Ist damit eine Schmelzsicherung gemeint, bei der nach der Auslösung automatisch ein Heilungsprozess einsetzt und die dadurch zu einem Schutzschalter mutiert?

Aber Spaß beiseite: Es ist in der Tat verwirrend, wie viele verschiedene Ausdrücke es gibt. Wir von E-T-A meinen, viel zu viele! Dabei wäre es ziemlich einfach, hier Klarheit zu schaffen, wenn man sich an die entsprechenden Normen hält, dort ist alles genau definiert. Wir reden schon immer konsequent von Schutzschaltern bzw. Geräteschutzschaltern. In der internationalen Norm IEC bzw. in der europäischen Norm EN 60934 heißt es: Ein Schutzschalter ist ein mechanisches Schaltgerät, das Ströme unter Betriebsbedingungen im Stromkreis einschalten, führen und ausschalten und auch unter festgelegten außergewöhnlichen Bedingungen, wie Kurzschluss, einschalten, während einer festgelegten Zeit führen und automatisch ausschalten kann. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Unsere Schutzschalter für den Einsatz in Kraftfahrzeugen nennen wir Kfz-Sicherungsautomaten, weil das in der Branche so üblich ist.

Was ist ein Geräteschutzschalter (GS)?

Ein Geräteschutzschalter ist ein Schutzschalter, der besonders für den Schutz von Geräten wie z.B. Motoren, Trafos etc. ausgelegt ist.

Was ist ein Kurzschlussstrom?

Ein Kurzschlussstrom ist ein Überstrom, der durch einen Fehler mit niedriger Impedanz zwischen Punkten auftritt, die im bestimmungsgemäßen Betrieb unterschiedliches Potenzial haben. Ein Kurzschluss kann durch einen Fehler oder eine falsche Verbindung verursacht werden.

Was ist ein M-Typ Geräteschutzschalter?

Die Buchstaben R, M, J und S kennzeichnen bei einem Geräteschutzschalter die Betätigungsart des Schalters. M bedeutet das Vorhandensein zur manuellen Rückstellung nach einer Auslösung. Zusätzlich besteht die Option, den Geräteschutzschalter für Testzwecke manuell ausschalten zu können. Ein M-Typ ist nicht für regelmäßige Schaltbetätigungen unter normalen Lastbedingungen bestimmt.

Was ist ein R-Typ Geräteschutzschalter?

Die Buchstaben R, M und S kennzeichnen bei einem Geräteschutzschalter die Betätigungsart des Schalters. R bedeutet das Vorhandensein zur manuellen Rückstellung nach einer Auslösung.

Was ist ein S-Typ Geräteschutzschalter?

Die Buchstaben R, M, J und S kennzeichnen bei einem Geräteschutzschalter die Betätigungsart des Schalters. S bedeutet selbsttätige Unterbrechung und nicht selbsttätige Rückstellung, d. h. es muss nach Auslösung manuell wieder eingeschaltet werden. Die manuelle Betätigung darf auch zum regelmäßigen Ein- und Ausschalten unter Nennbetriebsbedingungen (Bemessungswerte) verwendet werden.

Was ist ein J-Typ Geräteschutzschalter?

Die Buchstaben R, M, J und S kennzeichnen bei einem Geräteschutzschalter die Betätigungsart des Schalters. J bedeutet selbsttätige Unterbrechung und selbsttätige Rückstellung, d.h. der Schutzschalter wird laufend öffnen und schließen („pumpen“), wenn der anstehende Fehler nicht beseitigt wird.

Was ist ein Unterspannungsauslöser?

Ein Unterspannungsauslöser bzw. ein Unterspannungsmodul bringt einen Geräteschutzschalter in die Aus-Position, wenn die Spannung an den Anschlüssen des Moduls unter einen vorgegebenen Wert sinkt. Der Unterspannungsauslöser verhindert das selbsttätige Anlaufen von Maschinen nach Rückkehr der Spannung bei einem Stromausfall oder einer Unterbrechung der Spannungsversorgung.

Was nennt man eine Kurzschlussschutzeinrichtung, abgekürzt KSSE?

Eine KSSE ist ein Überstromschutz, der einen Stromkreis oder Teile eines Stromkreises durch automatisches Unterbrechen gegen Kurzschlussströme schützt.

Was versteht man unter dem Begriff »Betätigung« eines Geräteschutzschalters?

Als Betätigung bezeichnet man den Übergang des beweglichen Kontaktes von der offenen in die geschlossene Stellung oder umgekehrt. Man unterscheidet zwischen einer Schaltbetätigung (Betätigung im elektrischen Sinn, z.B. Ein- oder Ausschalten) und einer mechanischen Betätigung (Schließen und Öffnen).

Was versteht man unter dem Schaltvermögen Icn nach EN 60934 und dem Schaltvermögen nach UL 1077?

Unter dem Schaltvermögen Icn nach EN 60934 ist der Strom gemeint, der mindestens dreimal sicher geschaltet werden kann, d. h. einmal Abschalten beim Auftreten eines Fehlers und zweimal Wiedereinschaltung bei dem noch bestehenden Fehler. Danach muss der Geräteschutzschalter noch bedingt funktionsfähig sein.

Wird das Schaltvermögen nach UL 1077 angegeben, dann darf der Geräteschutzschalter nach der Abschaltung funktionsunfähig sein, muss jedoch in Verbindung mit einer Vorsicherung („backup fuse“) die »Fail-Safe«-Forderung erfüllen, d.h. es darf kein Schaden an umgebenden Teilen auftreten.
Das Schaltvermögen bezieht sich immer auf den prospektiven Kurzschlussstrom, d. h. auf den Strom, der im Kreis fließen würde, wenn der Geräteschutzschalter durch einen Leiter mit vernachlässigbarer Impedanz ersetzt werden würde.

Was versteht man unter der Auslösezeit?

Auslösezeit ist die Zeit, die gemessen wird vom Augenblick, in dem der Auslösestrom im Hauptstromkreis zu fließen beginnt, bis zu dem Augenblick, in dem dieser Strom in allen Polen unterbrochen wird, d.h. den Wert Null annimmt.

Was versteht man unter einem Auslöser?

Ein Auslöser ist ein Teil, das auf ein mechanisches Schaltschloss wirkt. Es löst die Verklinkung und gibt das automatische Öffnen der Kontakte frei. Ein Überstromauslöser (z.B. Bimetall oder Magnetspule) wird aktiv, wenn der Strom einen vorbestimmten Wert überschritten hat.

Was versteht man unter einem eigensicheren Stromkreis?

Wenn in einem elektrischen Gerät trotz möglicher Funken keine Explosion gezündet werden kann, gilt das Gerät als "eigensicher". Dabei bedeutet Eigensicherheit, dass die maximal mögliche Energie in einem Stromkreis so weit begrenzt wird, dass entstehenden Funken oder Lichtbögen nicht genügend Energie zur Verfügung gestellt wird, um explosionsfähige Brennstoff/Luft-Gemische, wie sie in der chemischen Industrie oder im Bergbau vorkommen, explodieren zu lassen.

Was versteht man unter einem Geräteschutzschalter mit pendelnder Freiauslösung?

Bei Geräteschutzschaltern mit pendelnder Freiauslösung bewegen sich die Kontakte bei der Überstromauslösung in die offene Stellung. Bei Abkühlung schließen die Kontakte auch bei Blockierung der manuellen Betätigung automatisch wieder. Solange der Überstrom ansteht, wiederholt sich dieser Vorgang, d.h. die Kontakte pendeln zwischen Ein- und Ausstellung.

Was versteht man unter einem Hilfskontakt?

Ein Hilfskontakt ist ein vom Hauptkontakt elektrisch getrennter Kontakt (dessen Stellung jedoch von der Stellung des Hauptkontaktes abhängig ist) zur Einleitung von Alarm- und Folgeschaltungen. Mit Hilfskontakten kann ein zentrales Überwachungsgerät angesteuert, ein lokaler Alarm gegeben oder ein Signal an computergesteuerte Anlagen übermittelt werden.

Was versteht man unter einem homogenen elektrischen Feld?

Ein elektrisches Feld nennt man homogen, wenn sich zwischen den Elektroden konstante Potenzialgradienten befinden, d.h. der Abstand zwischen den sich ausbildenden Feldlinien ist konstant. Ein solches Feld entsteht näherungsweise zwischen zwei kugelförmigen Elektroden, deren Radius größer ist als ihr Abstand voneinander. Ein exaktes homogenes Feld erreicht man durch eine besondere Form des Randes bei kreisförmigen Plattenelektroden. Solche Elektroden heißen auch Rogowski-Elektroden.

Was versteht man unter einem Pol eines Geräteschutzschalters?

Ein Pol ist ein Teil eines Geräteschutzschalters, der ausschließlich einem elektrisch getrennten Strompfad des Hauptstromkreises zugeordnet ist und mit Kontakten zum Verbinden und Trennen dieses Hauptstromkreises ausgerüstet ist (ohne die Teile, die der Befestigung und dem gemeinsamen Betätigen der Pole dienen).

Was versteht man unter einer anstehenden Spannung?

Eine anstehende Spannung ist die Spannung, die an den Anschlüssen eines Pols eines Geräteschutzschalters unmittelbar vor dem Einschalten und unmittelbar nach dem Ausschalten des Stromes anliegt.


Was versteht man unter einer galvanischen Trennung?

Unter einer galvanischen Trennung versteht man die Trennung elektrisch leitender Teile mit unterschiedlichen Potenzialen durch isolierendes Material oder durch Luftstrecken bzw. das Verhindern des Fließens elektrischer Ladungsträger zwischen zwei Elektroden.



Was versteht man unter einer unbeeinflussbaren (positiven) Freiauslösung?

Bei vielen Geräteschutzschaltern wird ein zuverlässiges Schaltverhalten durch die Ausstattung der Schalter mit einer von außen unbeeinflussbaren Freiauslösung erzielt. Von außen unbeeinflussbare Freiauslösung heißt, dass selbst bei einer Blockierung der Betätigung (Kipphebel, Schaltwippe, Schaltknopf, usw.) der Verbraucher bei einem auftretenden Überstrom sofort und sicher abgeschaltet wird.

Was versteht man unter Selektivität?

Selektivität bedeutet, dass bei einem Kurzschluss nur die unmittelbar vor der Fehlerstelle gelegene Schutzeinrichtung abschaltet und die übrigen Anlagenteile ungestört weiter betrieben werden. Selektivität begrenzt die Auswirkungen eines Fehlers auf ein Mindestmaß und vermeidet Kosten für Maschinenstillstand.


Wie lautet die genaue Definition des Begriffs Schutzschalter?

„Ein Schutzschalter ist ein mechanisches Schaltgerät, das Ströme unter Betriebsbedingungen im Stromkreis einschalten, führen und ausschalten kann. Auch unter festgelegten außergewöhnlichen Bedingungen wie Kurzschluss kann ein Schutzschalter Ströme einschalten, während einer festgelegten Zeit führen und automatisch ausschalten.“ (Definition nach EN 60934)


Wie werden die Begriffe Bemessungsstrom und Überstrom definiert?

Der Bemessungsstrom ist der vom Hersteller eines elektrischen Gerätes für eine vorgegebene Betriebsbedingung festgelegte Strom eines Geräteschutzschalters. Der Strom, der den Bemessungsstrom überschreitet, heißt Überstrom.

Wie wird die Auslösezeit gemessen?

Die Auslösezeit ist die Zeit vom Beginn des Stromflusses im zuerst schließenden Pol des Hauptstromkreises bis zu dem Zeitpunkt, in dem der Strom im zuletzt öffnenden Pol des Hauptstromkreises zu Null wird.

Welche Bemessungs- bzw. Nennwerte sind auf einem Schutzschalter angegeben und was bedeuten sie?

Die elektrischen Einsatzgrenzen eines Schutzschalters werden durch charakteristische Strom- und Spannungswerte festgelegt. Diese werden als Bemessungswerte, manchmal auch als  Nennwerte bezeichnet und stellen die Maximalwerte dar, bis zu denen die Angaben im Datenblatt eingehalten werden. D. h. die Datenblattwerte gelten auch, wenn Geräte mit kleineren Bemessungswerten betrieben werden. Die Bemessungsbetriebsspannung Ue (auch Nennspannung) eines GS ist die Spannung, auf die sich z. B. das Bemessungs-Kurzschluss-Schaltvermögen Icn bezieht. Diese Spannung wird auf dem Gerät sowohl für AC als auch für DC angeben. Sollen GS mit sehr kleinen Spannungen von einigen Volt betrieben werden, ist das grundsätzlich mit unseren Spezialisten abzuklären, da es auch physikalisch bedingte untere Grenzwerte gibt.

Der Bemessungsstrom In (Nennstrom) eines GS bezeichnet den maximalen Stromwert, den der GS bei den im Datenblatt angegebenen Umgebungsbedingungen ununterbrochen führen kann. Die Hauptkontakte sind aber nicht zwangsläufig dafür geeignet, auch sehr kleine Ströme im mA-Bereich zu führen. In diesem Fall beraten Sie unsere Spezialisten gerne.